Sonntag, 29. März 2015

Camping für Anfänger

Bisher haben wir unsere Familienurlaube immer auf Mallorca verbracht. Schön spießig immer im gleichen Hotel. Cala d´Or, wunderschön. Schöne Hotelanlage, Strand direkt vor der Türe, diverse Pools mit ausreichen Liegen und Sonnenschirmen, sehr leckeres Essen, freundliches Personal, sauber und in einem ordentlichen Zustand.

Meistens sind wir in den Pfingstferien nach Mallorca geflogen, und immer zeitgleich mit 2-3 befreundeten Familien, die allerdings in anderen Orten über die Insel verteilt waren. So konnte man sich 1-2x im Urlaub treffen, mal einen Ausflug zusammen unternehmen, einen Strandtag einlegen oder abends lecker Essen gehen. Das war immer extremst schön.
Ein Urlaub mit Freunden in einem gemeinsamen Hotel oder in einer Ferienwohnung für 14 Tage wäre mir zu anstrengend. So war es immer toll.

Da wir aber nun schon 7x in unserer Hotelanlage waren, fast jeden Fleck auf der Insel schon angeschaut haben, wollte ich mal was anderes entdecken.
Deswegen habe ich die letzten 2 Jahre schon immer gesagt, daß es unser letztes Jahr auf Mallorca sein würde und wir im nächsten Jahr sicher woanders hin fahren.
Ja, Pustekuchen. Wieder Malle.

Die Freunde sagten das gleiche. Und wo sind sie wieder hin geflogen? Malle.
Dann wieder wir: das letzte Mal..... Und dann? Mallorca.

Im Juni 2014 waren wir also wieder auf der Insel. Unser Urlaub war sehr schön, wir konnten uns vom ersten Moment an entspannen, da wir ja wussten was uns erwartet und wo wir alles finden: Restaurants, Supermarkt, Eisdiele, Mietwagen,.....
Noch auf der Pool-Liege sagte ich, daß wir 2015 woanders hin fahren. Schweden fänd ich cool.
Italien wollte Linella. Oder Maledieven, da fahren ALLE aus ihrer Klasse immer hin. Nee, klar....
Dem Wusi ist es egal. Mein Mann war wieder für Mallorca.

Kaum waren wir zurück, buchten unsere Freunde für Mai 2015 ihre Flüge.
Nee, da machen wir nicht mit!

Im August verbrachten wir einen verregneten Urlaub auf einem Campingplatz am Chiemsee. Verregnet und eiskalt. Ätzend für den ersten Camping-Urlaub!
Da wir kein großes Familienzelt haben, liehen wir uns ein Zelt von Freunden, verstauten Tische, Stühle, und Schlafsäcke im Auto und froren jede Nacht. Kein Wunder, der August war ja auch echt bescheiden!
Nichtsdestotrotz hat uns die Woche auf dem Campingplatz sehr gut gefallen, wir überlegten allerdings schon während wir am Chiemsee waren, wie wir folgende Camping-Urlaube optimieren können. Frage: neues großes Zelt kaufen, neue Isomatten und bessere Schlafsäcke für alle? Oder: Wohnwagen für wenig Geld kaufen?
Pro und Contra-Liste erstellt. Für den Wohnwagen spricht, daß er gepackt vor der Tür steht und wir ihn einfach anhängen und los düsen können. Wertvolle Familienzeit!

Internetrecherche. Händler abgeklappert. Diverse Wohnwagen angesehen, Schock pur, was da teilweise für Klapperkisten verkauft werden. Machen wir das richtige?

Bei einem Händler fanden wir im Internet einen Wohnwagen, der unseren Anforderungen entsprach. Also nichts wie hin, egal, ob man 1,5 Stunden fahren muss....

Der Wohnwagen war ok, aber neben ihm stand ein anderer, den wir irgendwie besser fanden. Er hatte zwar nicht so eine optimale Raumaufteilung (kein Hochbett für die Kinder), war aber alles in allem in einem besseren Zustand und man konnte ihn ohne große Restauration direkt anhängen und verreisen.
Außerdem war er innen nicht mit Eiche rustikal und knallbuntem Stoff ausgestattet. Augenkrebs-Alarm! Er war blau-weiß kariert, harmlos hellgrau eingerichtet.
Gekauft.

Unser erster Ausflug ging an einem Wochenende ins Altmühltal. 


Bestes Wetter, schöner Campingplatz, netter kleiner Ort. Und den Tisch vergessen, also nur ne Pappkiste als Tisch. Geht auch.

Und plötzlich dachte niemand mehr an Mallorca!

Der Wohnwagen war jetzt über den Winter „eingemottet“, ist nun wieder fit und startklar. Letzte Woche hat mein Mann noch 2 neue Dachluken eingebaut. Ich habe ihn geputzt, die Schlafsäcke und Klamotten verstaut, Lebensmittel besorgt und für meinen Mann und mich Lektüre gekauft.


Und heute geht’s los! Heute erst mal füe ein paar Tage nach Leipheim. Nicht ins Legoland Günzburg! Auf einen Campingplatz an dem die Kinder reiten können, da gibt’s Tiere, eine Heuscheune zum Toben,......
Dann an den Bodensee. Auf einen großen familienfreundlichen Campingplatz, der super Bewertungen bekommen hat. Ich hoffe, daß das Wetter mit spielt, gestern habe ich noch überlegt, ob wir nicht besser spontan an den Gardasee fahren, da ist es ca. 10° wärmer und trocken. Aber für den ersten Urlaub wollte mein Mann nicht so weit fahren.
Am Bodensee kann man aber auch viel schönes erleben, ich werde berichten.

Auf Pinterest habe ich etwas rumgestöbert und ein paar echt gute Rezepte gefunden, die man gut im Wohnwagen kochen kann.
Klickt also bald wieder hier her, als bald-Wohnwagen-Profi teile ich gerne mein Wissen mit Euch :-)

Alles Liebe,
Martina

Dienstag, 17. März 2015

Wo ist mein Baby hin....?

Ich habe den Kleiderschrank meiner Tochter aufgeräumt. Der sah aus wie nach einem Bombeneinschlag.

Wir stellen den Korb mit der sauberen gebügelten Wäsche immer in die Kinderzimmer und fordern die Kinder auf, die Klamotten in ihre Schränke einzuräumen. Das klappt mehr oder weniger gut. Der Wusi nimmt den Stapel immer und stopft ihn einfach in irgendein Fach rein. Da braucht man eigentlich gar nicht bügeln....

Linella macht es ähnlich, obwohl sie mehr auf coole Kleidung achtet und hin und wieder vor dem Spiegel steht und 10 verschiedene Oberteile für die Hose ausprobiert. Shoppen ist mittlerweile auch eine Herausforderung geworden.
Letztens war ich mit ihr einkaufen, weil sie eine neue Jeans gebraucht hat. Sie hatte schon 2 Oberteile auf dem Arm, ich hab sie eine Millisekunde aus den Augen gelassen und schwupp – sie hatte beide Arme komplett voll mit Klamotten!
Ab in die Kabine, denn alles muss ja anprobiert werden. In der Kabine dann überlegt sie, zu welchen bereits vorhandenen Sachen dies und das passen könnte, oder auch nicht.
Das dauert Stunden. Das macht mir auch Spaß :-)

Und dann kauf ich natürlich mehr als ich vorher eigentlich wollte. Es ist also wie bei mir :-)
Früher sagte sie immer wenn ich in die Stadt wollte, daß sie auf GAR keinen Fall mit komme.
Mittlerweile muss ich mir anhören, daß wir viel zu selten in die Stadt gehen und daß ihre Freundinnen alleine shoppen dürfen.

Eine Freundin bekommt sogar ein festes Budget inklusive Taschengeld pro Monat, davon muss sie sich Klamotten, Schuhe, Hefte, etc. kaufen. Und Geschenke für Kindergeburtstage. Das fand ich schon etwas früh. Die Mädels sind ja erst 11 bzw. 12......

Ich schweife ab! Zurück zum Kleiderschrank.
Also aufgeräumt hab ich ihn und ausgemistet. Einige Sommersachen vom letzten Jahr konnte ich drin lassen, andere musste sie schweren Herzens raus legen, weil sie definitiv nicht mehr passen. Manche davon nahezu ungetragen, weil wir wie jedes Jahr viel zu viel von allem hatten.
Ich nehme mir also fest vor, dieses Jahr weniger zu kaufen. Für beide Kinder. Und für mich natürlich auch :-)

Die aussortierten Klamotten habe ich auf 2 Stapel getan: Flohmarkt (in 2 Wochen sind diverse Flohmärkte in der Nähe) und Caritas.
Bei uns in der Nähe sind einige Asylanten untergebracht, die viele Kinder haben. Die Caritas hat einen Kleidercontainer aufgestellt, der 3x in der Woche geleert wird. Immer ist er gerammelt voll. Ich hoffe sehr, daß kein Schrott da abgeladen wird, sondern wirklich gute Sachen, die die Menschen dort gebrauchen können und über die sie sich freuen.
Also habe ich auch einen Stapel mit Kleidern für die Asylanten gemacht.
Bei der Gelegenheit habe ich auch meine Klamotten durchgesehen, habe viel im Schrank und auch viel im Keller, das meiste passt gar nicht mehr.
Hab ne Jacke gefunden, von der ich nicht mehr wusste, daß ich sie je besessen habe! Wo hab ich die nur gekauft? Keine Ahnung. In der Jackentasche war ein Kassenzettel von Ikea. Von Dezember 1999! Wow....
In diversen anderen Jacken und Hosen habe ich tatsächlich 3 Labello, 7 Taschentücher, 4 Kaugummis, 5 Euro und ein Haargummi gefunden.
5 große Tüten konnte ich spenden.
Und der Keller wird langsam leerer! Muss er auch, denn mein Mann möchte in den Keller ein Bad einbauen. Unser Familien-Bad ist nämlich so groß, daß man aufm Klo sitzen kann, sich gleichzeitig die Haare über der Badewanne waschen und Zähne putzen gleichzeitig kann. Also eine Person kann das. Denn mehr Leute passen nicht ins Bad rein. Mini-Bad! Lustigerweise sind oft die Kinder und ich gemeinsam drin und der Hund muss sich auch noch dazu quetschen.
Da Linella gerne und lange und alleine das Bad nutzt (sie macht neuerdings Peelings selber, die sie austesten muss), brauchen wir eine Ausweichmöglichkeit für morgens. Handwerker finden immer was zu tun. Also hat er sich vorgenommen, ein kleines Duschbad in den Keller zu bauen. Ich werde berichten.....

Jetzt muss ich noch den Schrank von Wusi aussortieren, denn den hab ich noch nicht geschafft. Da werden auch nochmal Klamotten für die Caritas anfallen.
Und dann braucht der Junge sicherlich neue Klamotten. Und definitiv müssen wir diese Woche neue Schuhe für ihn kaufen.
Gestern kam er die Leiter von seinem Hochbett runter und sein Fuß stand direkt vor meiner Nase. Riesig ist er, der Fuß! Nix mehr Baby-Fuß..... Der hat auch nix mehr von Kinder-Fuß. Dabei ist der Rest von dem Jungen noch so Kind, nur der Fuß ist schon so groß......
Mein Baby wächst mir davon.....
Im Schuhgeschäft dann der Schock: 39! Der ehemalige Baby-Fuß hat jetzt Schuhgröße 39! (Die 37 und 38 hat er im Winter übersprungen!) 39! Das ist größer als meine Schuhgröße!
Bei der Auswahl der Schuhe legte er dann eine Show hin wie seine große Schwester beim Shoppen: er suchte diverse Paare aus, und probierte alle an, lief durch den Laden, hüpfte, rannte. Und dann saß er ewig da um zu überlegen, welche wohl die coolsten Schuhe sind.
Nike, knallgrünes Logo auf blau-weißem Schuh mit knallgrünen Schnürsenkeln.
Ok, dann eben 39..... 

Alles Liebe,
Martina